Gebärden


Im Rahmen der Unterstützten Kommunikation stehen u.a. körpereigene Kommunikationsmittel zur Verfügung, um eine erfolgreiche Kommunikation zu ermöglichen. Der Umgang und der Gebrauch mit Gebärden- und Handzeichensystemen gewinnt in den letzten Jahren in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Dabei treten viele Fragen auf, die sich ausschließlich auf dem Hintergrund eines soliden Grundlagenwissens befriedigend klären und ungünstiges Herantragen an die betreffenden Menschen möglichst vermeiden lassen.

  • Bieten Gebärden Kindern, die keine oder nur eingeschränkte lautsprachlichen Möglichkeiten haben, eine Unterstützung, um Wünsche sowie Bedürfnisse zu äußern und sich mitzuteilen?
  • Bieten Gebärden eine mögliche „Brücke“ zur Entwicklung der Lautsprache?
  • Kann durch den Einsatz von Gebärden bei Kindern der Spracherwerb auf der semantisch-lexikalischen und syntaktischen Ebene gefördert werden?

Diese und andere Fragestellungen werden durch

  • die Durchführung einer spezifisch sprachtherapeutischen Diagnostik
  • die Auswahl eines individuell passenden Gebärden- und/oder Handsystems (s.u.) mit Blick auf die Ressourcen des Umfeldes (Elternhaus, Kita, Schule etc.)
  • das Erarbeiten von kommunikativ relevanten Begriffen
  • das Einüben in alltagsrelevanten Kommunikationssituationen (in Kooperation mit dem Umfeld des Kindes)

individuell für den Patienten/die Patientin geklärt, dokumentiert und umgesetzt.

 

Zur Verfügung stehen folgende Gebärdensysteme:

  • Deutsche Gebärdensprache (DGS)
  • Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG)
  • Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG)
  • Taktile Gebärden

    Zur Verfügung stehen u.a. folgende Handsysteme:

    • Das Internationale Fingeralphabet  (FA)
    • Graphembestimmtes Manualsystem (GMS)
    • Das Phonembestimmtes Manualsystem (PMS)

Erfahrungen im Zentrum für Unterstützte Kommunikation (ZUK) in Moers zeigen, dass der Einsatz von Gebärden oft eine „Brücke“ in die Lautsprache darstellt. Um erfolgreich sein zu können, ist aber neben einem aktiven Umfeld (Elternhaus, Kita, Schule etc.) auch ein möglichst passgenaues Vorgehen (s.o.)  für die jeweilige Person zwingende Voraussetzung.   

 

Das beinhaltet auch die Möglichkeit für Interessierte, Gebärden zu lernen, d.h. an entsprechenden Kursen teilzunehmen. Diese orientieren sich thematisch an den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen und sind in Form von Modulen aufgebaut. Sie  finden regelmäßig im Zentrum für Unterstützte Kommunikation (ZUK) in Moers statt.